Nachhaltiges Badezimmer – Alternativen für konventionelle Produkte

Nachhaltiges Badezimmer –  Alternativen für konventionelle Produkte

Ist dir schon mal aufgefallen, wie viele Plastikbehälter in einem durschnittlichen Badezimmer stehen? Und wie lang die Liste an unentzifferbaren Inhaltsstoffen auf den Verpackungen ist?

Ich habe ein paar Alternativen zu konvetionellen Produkten fürs Badezimmer zusammengestellt. Mit den folgenden Tipps kannst du nicht nur Müll reduzieren, sondern weißt auch immer ganz genau, was in deinen Pflegeprodukten steckt.

Bevor du weiterliest, möchte ich noch kurz etwas loswerden: Meiner Meinung nach geht es in Sachen Nachhaltigkeit immer um gute Kompromisse. Was für den einen gut funktioniert, ist für den anderen kaum machbar. Jedes Produkt hinterlässt einen mehr oder weniger großen ökologischen Fußabdruck, deshalb sollte man immer für sich selbst abwägen, an welchen Stellen man sich für eine nachhaltige Alternative entscheiden kann oder möchte und an welchen Stellen dies vielleicht nicht möglich ist. Es gibt in meinen Augen hier keine perfekten Lösungen – nur welche, die weniger schädlich für uns und den Planeten sind.

Ich besitze und kaufe definitiv auch Produkte, die man weder als nachhaltig noch als gesund bezeichnen würde, ich fliege hin und wieder mit dem Flugzeug, ich ernähre mich nicht ausschließlich vegan und regional und und und… du verstehst, auf was ich hinaus möchte. Dennoch versuche ich, Produkte und Tätigkeiten, die mir selbst, anderen und der Umwelt schaden, zu reduzieren.

Zurück zum Thema: Manchmal ist weniger wirklich mehr und viele nachhaltige Alternativen sind auf lange Sicht sogar günstiger, langlebiger und einfach praktischer.

Es tut wirklich keinem weh, das ein oder andere Produkt auszutauschen oder einfach aufzubrauchen und nicht mehr nachzukaufen. Überlege bitte, ob du bereits etwas Ähnliches besitzt oder umfunktionieren kannst, bevor du etwas Neues kaufst. Es ist keinem geholfen, wenn man alle halbvollen Plastiktuben wegwirft und jede Woche neue „nachhaltige“ Produkte kauft, nur weil sie toll aussehen oder gerade im Trend sind. Und sie dann nicht einmal nutzt.

Wenn du dir sicher bist, dass es sich um ein langlebiges Produkt handelt, das du wirklich brauchst und regelmäßig nutzen wirst, lohnt sich aber auch mal eine größere Investition.

1. Pflanzenöl statt Creme

Die meisten Cremes enthalten Inhaltsstoffe, die man nicht einmal aussprechen kann, und sind in Plastikdosen oder –flaschen erhältlich. Pflanzenöl dagegen ist oft in recyle- oder wiederverwendbaren Glasflaschen verfügbar und enthält im Idealfall nur eines: Öl aus Pflanzen! Wer hätte es gedacht 😉

Insbesondere Kokosöl wird oft als nachhaltiges Haut- und Haarpflegeprodukt beworben und ist zugegebenermaßen eine wohlriechende, zusatzfreie Alternative zu herkömmlichen Cremes. Da es bei Zimmertemperatur fest ist, hat es eine tolle Konsistenz z.B. für Lippenpflege-Stifte. Obwohl ich Kokosöl sehr gerne einsetze, gehe ich sparsam damit um, da es leider nicht das nachhaltigste Öl ist. Die Transportwege sind sehr weit und auch die Anbaumethoden nicht unbedingt nachhaltig. Für die meisten Anwendungszwecke kann man aber auch auf heimische Öle oder zumindest Öle mit kürzeren Transportwegen zurückgreifen, wie Oliven-, Raps- oder Nussöle. Das Öl sollte möglichst kaltgepresst sein und keine chemische Zusatzstoffe enthalten.

Meiner Meinung nach benötigt gesunde Haut nicht zwangsläufig Creme oder Öl. Wie alle Organe kann sich auch die Haut im gesunden Zustand selbst regulieren. Wenn man jahrelang Cremes benutzt, gewöhnt sich die Haut daran und produziert weniger Talg, sodass sie ohne den Einsatz von Cremes trocken wird. Hinzu kommen weitere Lebensstil- und Umweltfaktoren. Zwei der wichtigsten Faktoren für eine gesunde Haut, die viele unterschätzen, sind eine gesunde, ausgewogene Ernährung und genügend Flüssigkeitsaufnahme.

Lass deiner Haut doch einfach mal wortwörtlich etwas Luft zum Atmen und versuche, auf Zusatzprodukte nach und nach zu verzichten, sodass sie zu ihrer natürlichen Balance zurückfinden kann!

2. Bürsten und Schwämme statt Peeling

Damit sich deine Haut optimal selbst regulieren kann und gesund aussieht, kannst du zum Beispiel die Blutzirkulation anregen, indem du trockenbürstest (diese Bürsten sind z.B. aus Holz und Naturfaserborsten erhältlich) oder ein trockenes Handtuch zum Abreiben verwendest. Es gibt auch natürliche Schwämme (z.B. Conjac oder Luffaschwämme), die man zum Peelen verwenden kann.

Seit Kurzem nutze ich einen Konjac-Schwamm zum Peelen meines Gesichts und bin bisher wirklich begeistert. Bei dem Schwamm handelt es sich eigentlich um eine Wurzel. Man weicht ihn einfach ein paar Minuten in Wasser ein und schon ist er einsatzbereit. Im eingeweichten Zustand ist der Schwamm super weich und angenehm auf der Haut. So kannst du alte Hautschuppen entfernen und auf das Mikroplastik-Peeling verzichten 😉

Zudem unterstützt du durch das leichte Massieren oder Bürsten die natürliche Entgiftung des Körpers über das Lymphsystem, das durch durch die Reibung ebenfalls angeregt wird. Detoxen ohne teuere Kosmetikprodukte, die man ständig nachkaufen muss… Was will man mehr?

3. Rasierhobel statt Plastikrasierer

Rasierhobel – das ist doch nur was für Männer?! Falsch gedacht! Sowohl für Frauen als auch für Männer eignet sich der Rasierer aus Edelstahl mit wechselbarer Klinge. Das einzige, auf das du bei der Rasur von kurzen Körperhaaren achten solltest, ist, dass du ein Modell mit „geschlossenem Kamm“ wählen solltest. Ansonsten funktioniert – für mich jedenfalls – das Rasieren mit dem Hobel sogar deutlich besser als mit Einweg-Plastikrasierern. Natürlich musst du ab und an die Klinge wechseln, musst aber im Gegensatz zum Plastikrasierer nicht das komplette Gerät wegwerfen.

4. Tücher statt Wattepads

Auch das Wegwerfen von Wattepads zum Abschminken oder Reinigen der Haut lässt sich vermeiden. Ersetze diese einfach durch waschbare Tücher, am besten aus Naturfasern oder gebrauchten Stoffresten.

Ich hatte mir vor einiger Zeit waschbare Küchentücher aus Bambus gekauft und dann festgestellt, dass diese eher unpraktisch sind, da sie logischer Weise nach dem Waschen vereinzelt sind und nicht mehr an der Rolle hängen. Da ich es schade finde, solche Produkte wegzuwerfen, habe ich mir einfach einen alternativen Verwendungszweck einfallen lassen:

Die Bambustücher eignen sich sehr gut zum Reinigen des Gesichts! Die Saugfähigkeit nimmt übrigens zu, wenn man sie ein paar mal wäscht. Ich habe mir aus dem Rest der Rolle einfach ein paar Pads zugeschnitten. Diese verwende ich zum Beispiel zum Abtragen von überschüssigem Talg oder mit ein paar Tropfen Öl zum Abschminken. Wenn du die gebrauchten Tücher abkochst, musst du dir keine Sorgen um die Ausbreitung von Bakterien und Keimen machen.

Bevor du dir ein neues Produkt kaufst, wie in meinem Fall die Bambustücher, schau doch erst mal in deinen Kleiderschrank (das hätte ich auch machen sollen!). Gibt es vielleicht ein Kleidungsstück oder Handtuch, das du nicht mehr gerne nutzt und als Reinigungs-Pads zurechtschneiden könntest?

5. Natron statt Deo

Auch wenn mittlerweile die meisten Deos im Handel glücklicherweise kein Aluminium mehr enthalten, bin ich vor allem bei Deo-Sprays nicht der Überzeugung, dass diese für die Gesundheit und Umwelt förderlich sind.

Deo kannst du aber auch ganz einfach selbst herstellen und du benötigst dazu lediglich zwei Grundzutaten: Wasser und Natron! Natron ist nicht nur ein großartiges Produkt im Haushalt beim Putzen beispielsweise, sondern bindet auch unangenehme Gerüche. Löse einfach einen Teelöffel Natron in einem Glas warmen Wasser auf. Ich gebe der Mischung gerne noch ein natürliches ätherisches Öl bei, zum Beispiel Orangenöl, das wunderbar duftet. Du solltest es vor dem Gebrauch jedes Mal schütteln, da das Natron mit dem Wasser keine dauerhafte Emulsion bildet. Zum Auftragen kannst du beispielsweise einen gebrauchten Deo-Roller aus Glas mit der Mischung befüllen.

Ich persönlich verwende an heißen Tagen immer mal wieder einen „normalen“ Deoroller aus der Drogerie und muss sagen, dass dieser zwar im ersten Moment toll duftet – nach mehreren Stunden scheinen meine Achseln allerdings deutlich mehr zu riechen als nach Verwendung des Natron-Deos. Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht oder ganz andere? Schreib’s mir in die Kommentare!

6. Seife statt Shampoo und Duschgel

Shampoos und Duschgels kommen meistens in lästigen Verpackungen daher. Eine umweltfreundlichere Alternative sind Seifen. Viele Seifen sind lediglich in Papier, Pappe oder überhaupt nicht verpackt und es gibt einige, die sowohl für die Haar- als auch Körperreinigung geeignet sind, wie Olivenölseifen oder Alepposeifen. Außerdem gibt es unzählige weitere Methoden, sich die Haare ohne Shampoo zu waschen. Für die „No-Poo-Methode“ wird tatsächlich nur Wasser zum Waschen der Haare verwendet, es gibt aber auch alternative Haarwasch-Produkte wie Natron, Roggenmehl, Lava- oder Heilerde.

Da in konventionellen Shampoos Weichmacher und andere Zusatzstoffe enthalten sind, hinterlassen diese zum einen mit der Zeit einen Film auf den Haaren und zum anderen fetten die Haare schnell nach. Daher kann die Phase der Umstellung auf eine natürliche Haarwäsche schon einmal Wochen bis Monate dauern. Dafür muss man nach der Umstellung nicht mehr so oft Haare waschen, da diese weniger schnell nachfetten. Als Alternative zur Spülung eignet sich naturtrüber Apfelessig in verdünnter Form wunderbar.

Ich persönlich habe bereits viele der alternativen Haarwasch-Methoden ausgetestet, bin bis jetzt allerdings mit keiner so richtig warm geworden. Haarseifen funktionieren für mich auf jeden Fall besser als Natron oder Roggenmehl. Was ist dein Favorit?

7. Leinsamen-Gel statt Haaröl

Gerade, wenn man lockige oder trockene Haare hat, ist es schwierig, auf Haarpflege-Produkte komplett zu verzichten. Es gibt allerdings eine natürliche Alternative, die ich erst vor Kurzem für mich entdeckt habe: Leinsamen-Gel.

Dieses kannst du ganz einfach selbst herstellen, indem du Leinsamen in Wasser aufkochst und dann ein paar Minuten ziehen lässt. Die gel-artige Flüssigkeit presst du anschließend einfach durch ein Baumwolltuch. Das Gel eignet sich wunderbar für die Haarpflege (als Leave-In) kann aber auch auf der Haut eingesetzt werden. Leinsamen solltest du sowieso unbedingt im Haushalt haben. Warum? Das erkläre ich dir hier.

Wenn du sehr trockene Haare hast, kannst du auch etwas Pflanzenöl in die Haarspitzen einkneten. Meiner Erfahrung nach kann man das allerdings schnell übertreiben, sodass die Haare am Ende fettig und ungepflegt aussehen. Meistens reichen ein paar Tropfen aus, außer du verwendest das Öl als Kur vor der Haarwäsche.

8. Für Frauen: Menstruationstassen statt Tampons

Als Frau war man bis vor einigen Jahren während der Monatsblutung auf Tampons oder Binden zum Wegwerfen angewiesen. Es gibt mittlerweile aber super Alternativen dazu, die wiederverwendbar sind! Statt Tampons kann man zum Beispiel Menstruationstassen verwenden. Diese bestehen zwar aus Silikon, sind allerdings unglaublich oft wiederverwendbar, wenn sie gründlich gereinigt werden.

Wer lieber Binden trägt oder Probleme mit den Menstruationstassen hat, kann auf waschbare Binden oder Slips umsteigen. Da das Ganze nach dem Tragen abgekocht wird, muss man sich wirklich nicht davor ekeln. Beruhigt euch einfach – es ist nur Blut!


Das waren meine Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Badezimmer. Was fällt dir noch dazu ein?

Das Thema Zähneputzen habe ich bewusst weggelassen, da ich hier persönlich noch keine zufriedenstellenden Alternativen gefunden habe. Zum einen reinigen meiner Meinung nach elektrische Zahnbürsten die Zähne wesentlich besser, zum anderen bestehen recyclebare Zahnbürsten meist aus Bambus (langer Transportweg) und Nylon (nicht biologisch abbaubar).

Auch was Zahncreme angeht, war ich mit selbstgemachten Alternativen bisher nicht zufrieden. Natron und Kokosöl machen zwar die Zähne erst mal sauber, aber die Frage ist, ob Natron auf Dauer den Zahnschmelz schädigt und wirklich Karies verhindern kann. Flourid, das in fast allen Zahncremes enthalten ist, schützt zwar nachweislich vor Karies, sollte aber nicht geschluckt werden, da es in größeren Mengen gesundheitsabträglich ist. Und bei Kokosöl kommt wieder die oben genannte Nachhaltigkeitsfrage auf.

Kontroverses Thema… Was ist deine Meinung? Kennst du andere Zahncreme-Alternativen?



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